Mineralname Sanidin
Fundort Geissberg und Drachenfels, Siebengebirge
Beschreibung, Besonderheiten Feldspatkristall, unter Beibehaltung der äusseren Kristallform mikroklinisiert, auf Trachyt.

Sie kennen vielleicht den Spruch "Wenn der Kölner Dom fertig wird, geht die Welt unter"? Der abgebildete Sanidin ist hauptsächlich dafür verantwortlich, daß die Welt sobald nicht untergeht. Bereits zur Römerzeit war der Trachyt, Latit und Andesit des Siebengebirges bekannt und bei Steinmetzen beliebt. Das Kölner Erzbistum besaß den Steinbruch am Drachenfels, finanziell gestärkt durch die Ablasszahlungen, die arme Sünderlein zur Linderung ihrer angedrohten Höllenqualen geleistet hatten. Die Redewendung "arm wie eine Kirchenmaus" ist sicher nicht in Köln entstanden. Der Drachenfels liegt unmittelbar am Rheinufer, die Steine konnten also relativ leicht auf Schiffe verladen und stromabwärts bis zum Dombauplatz transportiert werden.

In dem Vulkangestein sind regelmäßig, parallel zur Erstarrungsoberfläche Sanidine eingelagert. Entlang dieser Feldspate bricht das Gestein in geraden Flächen, was die Bearbeitung großer Blöcke sehr vereinfacht. Die Sanidine verwittern jedoch an der Luft und besonders stark im sauren Regen zu Mikroklin und weiter zu Kaolinit. Dieser Kaolinit (Porzellanerde) zerbröselt und läßt das gesamte Gestein leicht zerbrechen. Die beschädigten Steine werden laufend von der Dombauhütte erneuert, weshalb der Dom niemals fertig wird.

Größe Kristalle: 2 * 2 * 0,5 cm